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Sicherheitsschalter in der Motorkühlung


Obwohl die Seewasserseite einer konventionellen Zweikreiskühlung eine  verhältnismäßig geradlinige Angelegenheit ohne aufregende technische Raffinessendarstellt, finden sich hier die Ursachen für die Mehrzahl der Motorausfälle auf See. Allgemein verbreitet sind Ausfälle aufgrund blockierter Leitungen oder Filter auf der Saugseite der Seewasserpumpe, vor allem auf Metallschiffen, bei denen die See- wasseransaugung nur aus einem eingeschweißten  Rohrstutzen ohne Sieb besteht. Aber auch Siebe bieten keinen absoluten Schutz: Die mittlerweile überall verbreiteten Plastiktüten bringen es fertig, sich komplett über das Sieb zu legen, solange die Seewasserpumpe saugt. Ist diese  hin, lassen sie sich fallen und suchen sich das nächste Opfer.

Dies wäre  ja an sich kein Beinbruch, wenn es sofort bemerkt würde. Und genau daran hapert's: Bis auf wenige lobenswerte Ausnahmen sind handelsübliche Bootsmotoren  nicht mit den entsprechenden Alarmen ausgerüstet. In der Praxis haben sich hier zwei unterschiedliche Systeme bewährt: Überwachung der Abgasmischer-Temperatur hinter der Wassereinspritzung und/oder des Ansaug-Vakuums auf der Saugseite der Seewasserpumpe.

Beim ersten  Verfahren wird ein Temperaturschalter in der Nähe des Wasserzulaufs am Mischrohr befestigt. übersteigt die Temperatur an dieser Stelle den festgelegten Wert, in der Regel etwa 100 Grad Celsius, schaltet der Schalter und löst einen Alarm aus. Da dies bereits nach einigen Sekunden ohne Wasser der Fall ist, hat der Rest des  Kühlsystems gute Überlebenschancen.

Nicht erfaßt werden mit diesem System schleichende Veränderungen in der Förder- leistung der Seewasserpumpe, da bereits zehn bis zwanzig Prozent der Gesamtwassermenge  ausreichen, das Abgas ausreichend abzu- kühlen.

Bei der zweiten Methode  wird ein
Schalter, der auf einen einstellbaren Unterdruck reagiert, in die Saugleitung der Seewasserpumpe eingefügt.
Wird ein Fremdkörper angesaugt, steigt der Unterdruck vor der Pumpe an, und der Schalter löst aus!

Diese beiden Systeme bieten, besonders in Kombination, einen fast hundertprozentigen Schutz vor Motorausfällen durch Verstopfung.

© M. Herrmann/ palstek 1/98 S.124 ff

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