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Umlaufkühlung durch Außenkühler

Für Schiffe und Boote, die vorwiegend in schmutzigen, sand- oder schlickhaltigen Gewässern fahren, ist die sogenannte Außenkühlung zweckmäßig. Sie ist aber auch für Schiffe in normalen Gewässern geeignet. Ihr Vorteil liegt in der Betriebssicherheit und dem einfachen Aufbau der Kühlanlage. Es gibt keinen Seewasserkreislauf, der verstopfen, versanden oder verkalken kann. Außerdem entfällt gegenüber der Umlaufkühlung mit Wärmeübertrager und Kreiselpumpe der Seewasserkasten, der Seewasserfilter, der Wärmeübertrager und die Seewasserpumpe mit dazugehörigen Verbindungsleitungen und Ventilen. Man unterscheidet zwischen Außenhautkühlung und Kielrohrkühlung:


Außenhautkühlung                                         [... Schema...]
Bei dieser Kühlung wird das vom Motor und evtl. vom Getriebeöl erwärmte Kühlwasser von der Kühlwasserpumpe des Motors durch einen Behälter gedrückt, der unterhalb der Wasserlinie des unbeladenen Schiffes liegt und dessen eine Wand die Außenhaut des Schiffes bildet. An der von Fluß- oder Seewasser umspülten Außenhaut wird das Kühlwasser abgekühlt und dem Motor wieder zugeführt.

Im Kühlbehälter (oft sind es zwei, die symmetrisch zur Mittellinie des Schiffes angeordnet werden) sind Leitbleche angebracht, durch die das Kühlwasser gezwungen wird, schlangenförmig durch den ganzen Behälter zu fließen. Die Leitbleche sollen so geformt sein, daß sie den Strömungswiderstand des Kühlkanals herabsetzen, damit ein Gegendruck von max. 0,4 bar (4 m WS) nicht überschritten wird. Je nach Motortyp, seiner Leistung, der Schiffsgeschwindigkeit und der Temperatur des Fluß-oder Seewassers richtet sich die Größe der erforderlichen Außenhautkühlfläche. Auch der Querschnitt der von den Leitblechen gebildeten Kühlkanäle darf nicht beliebig gewählt werden. Anzustreben ist eine möglichst hohe Strömungsgeschwindigkeit in den Kühlkanälen, da hierdurch der Wärmeübergang zur Außenhaut verbessert wird. Dies bedingt eine geringe Bauhöhe des Kühlers. Bei einem nachträglichen Einbau der Außenhautkühlung ist es oft schwierig, diese Forderung zu erfüllen, wenn vorhandene Doppelböden mit ihrem relativ großen Abstand zueinander als Kühlbehälter ausgenutzt werden sollen.


Kielrohrkühlung                                              [... Schema...]
Diese Kühlung unterscheidet sich von der Außenhautkühlung nur dadurch, daß anstelle des Außenhautkühlers Rohre an der Außenhaut des Schiffsrumpfes angebracht werden, durch die das erwärmte Kühlwasser des Motors geführt und von dem vorbeifließenden Fluß- oder Seewasser abgekühlt wird. Diese Rohre brauchen nicht unbedingt am Kiel angebracht werden. Sie können auch neben dem Kiel, als Kimmstringer, Schlingerkiele usw. angeordnet werden, müssen aber immer unter der Wasserlinie des unbeladenen Schiffes liegen. Rohrdurchmesser und Rohrlänge werden von den gleichen Faktoren bestimmt wie bei der Außenhautkühlung und dürfen nicht beliebig gewählt werden.

Für Motorbetrieb bei stehendem Schiff eignet sich die Kielrohrkühlung wegen der geringen Thermosyphonwirkung und den erforderlichen großen Rohrlängen nicht; in diesem Fall ist die Außenhautkühlung anzuwenden. Die Schiffsgeschwindigkeit bzw. die Geschwindigkeit des bei stehendem Schiff vorbeifließenden Wassers muß mindestens 1 km/h oder 0,5 Knoten betragen. Der Strömungswiderstand des Kühlwassers in den Kielrohren darf einen Gegendruck von max. 0,4 bar (4 m WS) nicht überschreiten.


Bemessung von Außenhautkühlern
Als Berechnungsgrundlage maßgebend ist die Geschwindigkeit des voll beladenen Schiffes bei Vollast bzw. bei möglichen Schleppfahrten. Bei den für Jachten und schnelle Boote freigegebenen Leistungen ist die Nutzleistung für eine Dauer von max. 1 Stunde einzusetzen.

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